Manchmal wird man nachdenklich. Wenn man etwa Reportagen von hochbejubelten Nachwuschjournalisten liest. Etwa diese hier über das Christival in Bremen bei Spiegel Online (deren Chef ja jetzt Chefredakteur des SPIEGEL ist, was einen Schlimmes erwarten läßt). Autorin ist Antonie Rietzschel, mit einer Bilderbuchkarriere gestartet. Bei der Lektüre des Artikels sollte man sich folgende Fragen stellen und sehen, ob sie befriedigt beantwortet werden:

  • Ist der Journalist mit einem identifizierbaren Vorurteil an die Geschichte herangegangen?
  • Mit wie vielen Akteuren hat der Journalist gesprochen? Wie fair geht er mit seinen Gesprächspartnern, hier etwa „Angelika, 25“ um, wenn diese ihm privates, persönliches anvertrauen?
  • Erfahren wir etwas über die Inhalte der Veranstaltung?
  • Passen Überschrift und Schlussatz zum Thema?

 

Man kann natürlich sagen: spiegeleskes Schreiben, dem ein Wortspiel wichtiger ist als ein korrekter Inhalt. Nur: wohin hat (auch) das den Spiegel gebracht. Und: Warum ist der Spiegel Online noch … belangloser, Spiegel-dogmatischer?