Melancholie

icon_02.gifDie Inansichtnahme der Vinyl-Schätze meines Arbeitszimmers fördert jemanden zu Tage, den ich in den letzten 10 Jahren ein wenig – verdrängt habe. Der verdrängt wurde. Von anderem. Mangels Plattenabspielstation dann auch aus dem alltäglichen Musikwesen – spätestens als die Kassettenspieler in den Autos durch CD-Player ersetzt wurden.

Bob Seger.

Rock’n’Roll. Wundervolle Songs, die sich häufig um den „Amerikanischen Traum“ drehen, die bei mir neuronal fest verdrahtet sind mit dem frühen Stephen King („Stand by Me“, „Christine“, „ES“, alles rund um Castle-Rocks heile Welt).

„Hollywood Nights“, das erste Stück, das ichvon ihm gehört habe, über den Knaben vom Lande und die Lichter der Großstadt. Wunderbar. Nine Tonight. Live Bullet. Seine Live-Alben, die vor Kraft strotzen. „Old Time Rock’n’Roll“ als Liebeserklärung an den Sound von E-Gitarren, Bass, Schlagzeug und ein wenig Piano. „Against The Wind“ als Ballade, „We’ve got tonight“ als Musik der Sehnsucht nach der Party, vor der Party, auf der man sich eh nur deplaziert vorkam.

Inzwischen ist Bob Seger einundsechzig Jahre alt. Ein Alter Sack. Ein älterer alter Sack als ich es bin, und doch fühle ich mich jetzt wieder so alt – wenn der Rock’n’roller meiner Jugend allmählich ins Rentenalter kommt (Ich weiß, die Stones, aber ich habe immer nur die Stones gehört aber nie so begeistert wie das hier). Er ist auf Tour, dem Web sei dank erfährt man so was, er hat auch, nach 10 Jahren Pause, wieder eine neue Platte rausgebracht. Ich hab sie mir bestellt.

Würde ich heute im Lotto gewinnen – ich würde versuchen an ein Ticket zu kommen und nach Detroit fliegen um ihn zu hören.

www.bobseger.com Vor allem unter Videos das Video zu „Night Moves“.