Fundsachen

Twitter verführt zum klicken auf Links, und dann landet man manchmal … naja, jetzt mal ausnahmsweise auf Telepolis, wo ich ein wohl wirklich wichtiges Thema finde (die Degradierung des Journalisten zum „Content“-Lieferanten), aber dann über die wohl dringend gebotene „elaborierte“ Sprachfassung so früh stolpere, dass mir die Lust vergeht. Denn die Formulierung im ganzen Satz:

„Zumindest waren es Selbstverständlichkeiten bis – nun, sagen wir, bis zu dem Zeitpunkt, als eben jemand das Wort „Content“ in den Mund nahm, es genüsslich kaute und dann hinausspuckte in den weiten, weiten Raum der öffentlichen Publizistik, um all die dortigen Schreiberlinge mit nur einem Wort auf Dauer tief zu demütigen.“

Was ist denn „öffentliche Publizistik“? Viel spannender noch: was wäre denn „nicht-öffentliche“ Publizistik ? Das hinterläßt mich sozusagen mal wieder – ratlos …

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Womit habe ich es eigentlich verdient, dass binnen einer Woche zwei sogenannte Qualitätsmedien mich mit dem Thema „Intimrasur“ quälen, natürlich bebildert. Die „Welt am Sonntag“ traut sich dann aber doch nicht, Fotos zu verschiedenen Intim-Frisuren zum Artikel online zu bringen, die Bildergalerie kommt recht züchtig daher.  Okay, denkt man sich, muss ja auch mal in die Zeitung. Donnerstags die Welt aufgeschlagen, Donnerwetter, das selbe Thema mit großformatigem Beispiel (natürlich weblich) bebildert.

Und wieder fragt man nach der Zukunft des Journalismus.

Update: Natürlich, der SPIEGEL und Spiegel Online auch. Wäre jetzt schon Stoff für eine Prosemesterarbeit – die Genese dieses Themas. Wer ist schuld? Interessiert mich brennend …