Was tun gegen Nullzinsen? Bundesschatzbriefe

Das Gejammer um die Nullzinsen ist riesig. Der arme, arme Sparer. (wobei: wer spart denn eigentlich?)

Wären Politiker nicht nur auf Draghi sauer, sondern würden gerne Bundesbürger beim Vermögensaufbau unterstützen: ich hätte da mal was. Beziehungsweise: ihr hattet da mal was. Die Bundesschatzbriefe. Manchmal Schätzchen genannt. Lest doch mal nach in der Wikipedia.

Das waren Wertpapiere, die nur natürliche Personen kaufen konnten. In kleinen Stückelungen, ab 50 Euro. Die wurden kostenfrei beim Bund verwahrt. Die Laufzeit betrug beim Typ A sechs Jahr. In jedem Jahr gab es etwas mehr Zinsen darauf. In den ersten zwei drei Jahren war das eher nicht so attraktiv, gegen Ende dann schon. Hier wurden die Zinsen jährlich ausgeschüttet.

Beim Typ B wurden die Zinsen über sieben Jahre angesammelt und erst mit der Rückzahlung der Schazbriefe mit ausgeschüttet.

Stiegen die Zinsen, dann durfte man seine alten Schatzbriefe gegen die neue, besser verzinste Serie umtauschen. Gingen die Zinsen nach unten, dann behielt man sie natürlich bis zum Laufzeitende.

Wer an sein Geld ranmusste, der durfte die Schätzchen zurückgeben, allerdings nur in Höhe von 5.000 Euro alle drei Monate. Wer dringend eine neue Waschmaschine brauchte, der kam schnell genug an sein Geld.

Der Verwaltungsaufwand war sicher nicht gering, und natürlich ist es ein Finanzminister heute nicht mehr gewöhnt, Zinsen zu zahlen. Aber: wenn man zudem noch den Anlagehöchstbetrag auf 50.000 Euro festsetzt, dann hat die Bundesregierung in der Hand, dem echten kleinen Sparer etwas Linderung zu verschaffen. Die Kosten würden sich angesichts der Zinsersparnis bei den normalen Bundesanleihen im Überschaubaren bleiben.

Aber das würde voraussetzen, dass der Staat den echten kleinen Sparern wirklich helfen wollte. Haha.

Jetzt hat auch Hermann-J. Tenhagen das Thema angesprochen. Kommt davon, wenn man wegen Weihnachten die Fertigstellung eines Artikels hintenanstellt.

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