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#viernheim – Soziale Medien im „Nachrichten“-Wettlauf

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Die letzten Wochen waren keine guten Wochen für meinen Blick auf Relevanz und Bedeutung sozialer Medien. Ich bin schon lange auf Twitter und bei Facebook, manchmal auch in beruflichen Zusammenhängen, und da hat meine Leidenschaft für diese Medien schon gelitten. Aber zuletzt wurden der Takt an Blödsinn schon sehr angeheizt – natürlich durch Gewalt und Tod. Aber auch durch das Unvermögen, damit umzugehen. Irgendwie sind die Menschen via Timeline „dabei“ und möchten dann auch gerne etwas zum Strom der Informationen „beitragen“ – sei es durch Re-Tweets, durch das finden „abseitiger“ Quellen, aber nicht selten auch durch das schnelle Absondern von Meinung.

Das Beispiel, zu dem ich da mal Twitter intensiver gelauscht habe, war der „Amoklauf“ oder so in #Viernheim, in einem Kinopolis-Kinocenter, das ich manchmal auch besuche. Hier der Hintergrund:  Eine Woche nach der Geiselnahme (FFH) Kurzgefasst: ein 19-jähriger nimmt in einem Kinocenter Geiseln, schießt ein paarmal mit seiner Schreckschuss-Waffe, wird dann von der Polizei erschossen.

Am Tag selber war, wie typisch, die Nachrichtenlage verworren, es wurde von einer „Nachrichtensperre“ gesprochen, gemeint war aber wohl, dass sich die Polizei zunächst nicht äußern wollte. Die Rede war von Toten, von Reizgas und Verletzten. Auf den Nachrichtensendern immer wieder dieselben Videos von blaulichternden Einsatzfahrzeugen, dann Telefonschalten und Journalisten, dann Agenturmeldungen etwa mit Äußerungen des hessischen Innenministers, dann Polizei- und Katastrophenschutzaussagen vor Ort. Das übliche Durcheinander aus unbestätigten und falschen Meldungen.

Auf Twitter dann mal so:

Vorhersagen
Vorhersagen
Ja, das kommt hin ...
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Dass das dann nach Nizza, München, Ansbach in einer Tour so weiter geht: klarer Fall. Die klassischen Medien werden dafür beschimpft a. nicht so schnell zu sein wie die neuen Netzwerke b. keinen zuverlässigen Hintergrund zu bieten, und zwar bitte 10 Minuten nach der ersten Meldung und c. eh blöd zu sein.

Ich war mal optimistischer was die Frage angeht, was das Netz für unser Wissen, unsere Informiertheit und unsere Kommunikation so tun kann.

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