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Uploadfilter, der DJV und alternative Fakten

Kurz: im EU-Parlamentsausschuss passierte eine Vorlage, die Uploadfilter und ein europaweites LSR vorsieht. Um das ganze noch durchs Parlament zu bringen lobbyieren, nach eigener Aussage,

alle(r) Akteure der Kultur und Medienwirtschaft

in einem Brief an die Abgeordneten. Heise berichtet hier. In der illustren Runde finden sich auch Verdi und der Deutsche Journalistenverband DJV. Unmissverständlich stellt sich der Brief komplett hinter die im Ausschuss gemachte Vorlage an das Parlament.

Doch der DJV hat alternative Fakten:

Die angegebene Webseite enthält den Text:

„Wesentliche Forderungen von uns werden in dem Beschluss widergespiegelt“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Dazu gehöre etwa, dass Content-Plattformen zukünftig Verantwortung für die Nutzung der urheberrechtlich geschützten Werke übernähmen. Überall: „Wir wollen, dass es zu vertraglichen Regelungen mit den Rechteinhabern kommt, am besten über Vereinbarungen mit den Verwertungsgesellschaften.“ Das sei ausdrücklich kein Votum für die umstrittenen Upload-Filter.

Äh. Doch. Sonst müsste das ja im Appell der „Kultur- und Medienwirtschaft“ drinstehen, so „wir finden das gut, wollen aber keine Upload-Filter“. Der Text ist so angenehm kurz, dass man schnell feststellt: das steht da nicht.

Also fordert der DJV von den EU-Abgeorndeten auch die Upload-Filter durchzuwinken.

Ge“klärt“ ist gar nichts. Höchstens dass die Mediengewerkschaften in der verzweifelten Hoffnung, es mögen ein paar Brosamen für die „Urheber“ und nicht nur die „-Wirtschaft“ abfallen, alles mittragen, was die Verlegerverbände so haben wollen. Gruselig.

(dass die Deutsche Fußball-Liga DFL zu den Medien- und Kulturschaffenden zählen soll: auch gruselig)

 

Photo by Jamison Riley on Unsplash

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