Wie er die Welt sieht

Subjektive Realitäten überall

Schlimmer Anfall von Immemehrismus

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Heute, HR-Info, meine morgendliche Informationsquelle und als solche durchaus geschätzt. Etwas weniger geschätzt von mir ist das Thema „Verpackungsmüll“, von dem ich überzeugt bin, dass es in der Berichterstattung überproportional viel Gewicht hat. Es scheint so, als würden die Deutschen alleine mit ihrem Verpackungsmüll die Weltmeere verseuchen – was etwas übertrieben ist, wenn man sich die Küstenregionen des Mittelmeeres so ansieht. (Dazu auch hier die Flüsse, die am meisten Plastikmüll in die Meere einleiten)

Heute nun, als Thema des Tages, ging es um eine „Studie“ des Nabu zu Plastikverpackungen für Obst und Gemüse. Hier der Text auf der Webseite.

Der Immermehrismus ist eine journalistische Untugend, die ich wirklich nicht vertragen kann. Also dann:

Immer häufiger wird Obst und Gemüse verpackt. (..) Das wird mehr und mehr auch zum Problem (..) denn immer mehr Kunden stört das viele Plastik. (..) Immer mehr Kunden fordern deshalb ein Umdenken der Händler. (..) Immer beliebter werden auch Alternativ-Läden (..)

Der Text ist wirklich nicht sehr lang, aber er muss mit Bedeutung aufgeladen werden. „Immermehrs“ müssten ordentlich mit Zahlen belegt werden, und ein Anstieg von Jahr A nach Jahr D gilt nur dann als immer mehr wenn gilt A<B<C<D. Und das stimmt schon öfter mal nicht. Dass „Alternativ-Läden“ immer beliebter werden: wer weiß das schon?

Aber alleine der Anlass: die NABU-Studie ist nicht gerade tauffrisch.

Der Kunststoffbedarf für Vorverpackungen hat zwischen 2000 und 2014 bei Obst um 78 Prozent und bei Gemüse sogar um 164 Prozent zugenommen.

Wir haben jetzt 2017.

Viel viel, immer mehr, schlimm, schlimm.

Ich bin hr-info sehr dankbar, dass sie dann Klaus Wiemer, Professor für Abfallwirtschaft in Kassel einvernommen haben. Sein Fazit im Podcast: ja, wäre schön wenn’s weniger wäre. Das Problem ist aber eher der Energieverbrauch bei der Fahrt zum Supermarkt oder die Emissionen beim Heizen. Bei einem Ölverbrauch von knapp über einem Liter Rohöl für die Verpackung pro Bürger leuchtet ein, dass eine Fahrt weniger zum Supermarkt möglicherweise mehr Benzin/Rohöl spart als durch die Verpackung eines Jahres verbraucht wird.

Hier der Podcast.

Hat der Professor doch einfach das Thema kaputt gemacht.

 

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