Wie er die Welt sieht

Subjektive Realitäten überall

Photo by Simson Petrol on Unsplash
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Nicht ernstzunehmen (1): Talkshowdebatte

Ich sammle nur mal kurz „journalistische“ Beiträge, meistens „Meinungsstücke“, die ich nicht ernst nehmen kann und dann in die Tonne trete. Meist, weil der Autor von falschen Annahmen ausgeht.

Heute Nils Markwardt Die Sache mit dem Framing. Abgesehen von meinen Schwierigkeiten mit dem Modebegriff  – und natürlich geht es um Talkshows, die an allem Übel dieser Welt schuld sind – schreibt er bei Deutschlandfunkkultur:

Der anhaltende Erfolg von Plasberg, Maischberger und Co. ließe sich deshalb dialektisch deuten: Erwartungen und Enttäuschungen sind deckungsgleich geworden

Der Buzzer so: ÖÖÖHHHM.

Das mit dem „anhaltenden Erfolg“ gehört zu den „gefühlten Fakten“ des Autors, ich verweise auf DWDL mit dem Artikel mit der schönen Überschrift: Genug geredet: Sind die Zuschauer Talkshow-müde?

Für den Titel gibt es Gründe:

Tatsächlich macht sich bei den deutschen Zuschauern derzeit eine gewisse Talkshow-Müdigkeit breit. Seit Jahresbeginn verzeichnete „Anne Will“ am Sonntagabend im Schnitt 3,51 Millionen Zuschauer pro Ausgabe, das waren über 900.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.(…)

„Anne Will“ ist mit ihren Quoten-Sorgen jedoch nicht alleine: Auch „Maybrit Illner“ erreicht in diesem Jahr deutlich weniger Menschen als noch 2017. Im Schnitt schalteten bis Ende Mai 2,51 Millionen Zuschauer ein, vor einem Jahr waren dagegen noch über drei Millionen am späten Donnerstagabend dabei. (…)

Der einzige Polittalker, der sich gegen den Trend stellt, ist Frank Plasberg (Foto). Mit rund drei Millionen Zuschauern pro Ausgabe ist „Hart aber fair“ derzeit am Montagabend auf ähnlicher Flughöhe unterwegs wie im vergangenen Jahr

„Anhaltender Erfolg“? Zahlen, Daten, Fakten – vernachlässigte Faktoren im Meinungsgeschäft.

Der DWDL-Artikel wirkt übrigens noch einer anderen steilen These entgegen, nämlich dass reine Quotengeilheit die Redaktionen zu den Flüchtlingsthemen treibe.

Beim Blick auf die Zuschauerzahlen von „Hart aber fair“ fällt übrigens auf, dass es vor allem die sozialen Themen sind, die die Menschen zum Einschalten bewegen. 2018 rangiert bislang eine Diskussion über Hartz IV auf der Spitzenposition, gefolgt von Talks über die Essener Tafel und Ungleichheit in Deutschland.

 

 

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