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Photo by Patrick Brinksma on Unsplash
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Meine Leseliste 19 (1): Parteien, Journalismus

Ein bisschen als Bookmark für mich, aber auch als Lesetipps für Euch da draußen: was ich mit Gewinn gelesen habe:

Parteien

Das Interview mit Gesine Schwan in der taz trifft meinen Eindruck von der verfahrenen Lage der Sozialen Domkraten gant gut:

Die SPD hat zur Hochzeit des Neoliberalismus zu unkritisch marktradikale Positionen übernommen. Viele Sozialdemokraten haben mit Verve kommunales Eigentum privatisiert. Dann stehen wir natürlich in Konkurrenz zu Parteien, die es zu Willy Brandts Zeiten nicht gab. Wenn Sie SPD, Grüne und Linke zusammenzählen, ist das Potenzial ähnlich wie damals. Ich hielt es auch für einen Fehler, dass die SPD-Führung unter Sigmar Gabriel 2013 nicht den Mut für Rot-Rot-Grün aufbrachte.


Ob ich die Einschätzungen von Peter Unfried zum Parteiensystem teile, das weiß ich nicht. Interessant bis witzig sind sie:

Die Frage ist, ob, wie und mit welcher Sprache man die ressortübergreifende sozialökologische Politik im gesellschaftlichen Gespräch etabliert. Die Scheuers und Lindners müssen ja auch deshalb herumschreien wie kleine Kinder, weil die erwachsenen Grünen kaum oder nur ganz behutsam darüber sprechen.

Medien

Zwei Dinge, die nachdenklich machen: wie soll denn in Zukunft Journalismus bezahlt werden oder überhaupt stattfinden? Hans Hoff knöpft sich die Funke-Mediengruppe bei DWDL vor, toller Titel: Funkes „agile Ticker“: Die Nebelbomben der Verlage

Dort gibt es jetzt eine „Stabsstelle Digitale Transformation“. Die soll, wieder mal, Wunder bewirken. „Hier geschieht nicht weniger als eine Kulturrevolution: Die Standorte entscheiden und priorisieren gemeinsam, was wann wie geschieht, und liefern dann schnell Resultate. Das ist eine Blaupause für uns: 2022 soll die gesamte Mediengruppe agil ‚ticken'“, sagt Ove Saffe, der für das Zeitungsgeschäft zuständige Geschäftsführer.

Wer schreibt dem so etwas in die Pressemitteilung? Solch einen gequirlten Hühnerbrei. Wie soll irgendjemand, der diesen Dünnpfiff liest, annehmen, dass die Manager, die so etwas durchgewinkt haben, zu mehr fähig seien als den Hof zu fegen?

Und die Hoffnung der Branche, die neuen jungen Angebote? In der taz die Bestandsaufnahme. Bumm. Krach. Schepper:

Was Buzzfeed, Vice und Co falsch gemacht haben? Darauf findet man unterschiedliche Antworten. Vielleicht haben sie zu viel versprochen, ihre Möglichkeiten überschätzt. Vielleicht war es falsch, von ständigem Wachstum auszugehen in einem Markt, der sich weiter fragmentiert.

Insgesamt eine deprimierende Lektüre für ein Wochenende.

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