Wie er die Welt sieht

Subjektive Realitäten überall

Photo by Patrick Brinksma on Unsplash
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Meine #Leseliste (18/4)

Die Woche kommt spät in die Puschen

Fakt oder Fake

Aus der wirklich lesenswerten Rubrik bei der ZEIT diesmal: Wird jeder Zehnte arbeitslos?

Vorbildlich wird da mal wieder einer „Studie“ (der Pest des 21. Jahrhunderts), die dick und fett Schlagzeilen gemacht hat, auf den Grund gegangen. Eigentlich müssten das noch viel mehr Journalisten jeden einzelnen Tag machen, wenn wieder eine Studiensau durchs Dorf getrieben wird. Diesmal, und wirklich sehr beliebt, die Frage, ob und wie viele (und vielleicht auch welche) Arbeitsplätze durch die Digitalisierung gefährdet sind. Die Faz macht in PErson von Julia Löhr, Berlin daraus: JEDER ZEHNTE BALD ARBEITSLOS:Digitalisierung zerstört 3,4 Millionen Stellen. Das fügt sich ein in die Schreckensmeldungen allerorten. Allerdings scheint da das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom etwas übergeigt:

Nein, erklärt der Pressesprecher, so wie es die FAZ berichtete, habe der Verband und dessen Präsident Achim Berg das nicht behauptet. Die Zahl von 3,4 Millionen potenziell gefährdeten Jobs sei richtig, aber das sei keine eigene Prognose, sondern beruhe auf einer Umfrage. Und auch der Zeitraum von fünf Jahren, in denen die Jobs wegfallen könnten, stamme nicht von Bitkom. Im Übrigen habe man jetzt eine Presseerklärung veröffentlicht, um die Dinge richtig einzuordnen. Sie trägt eine Überschrift, die nach dem kompletten Gegenteil der FAZ-Meldung klingt: „Berg: Wir werden digitale Arbeit im Überfluss haben“.

Diesmal war weniger die Umfrage fragwürdig (okay, die auch) sondern vor allem das, was die FAZ daraus gemacht hat. Huhu.

Rechte Netzwerke

Interessant finde ich die „Getarnt als Gamer“ Geschichte bei netzpolitik.org zu den Meme-Bastlern der neuen Rechten – nicht dumm organisiert:

Für Twitteraktivitäten von eigenen Accounts und Sockenpuppen existiert ein eigener Meme-Manager. Er ist mit dem Lambda-Logo, dem Erkennungszeichen der Identitären Bewegung, gekennzeichnet. Auf diesem kann man sich per Twitter einloggen und auf einen großen Fundus rechter und rechtsextremer Meme zurückgreifen sowie selbst Memes hochladen.

netzpolitik.org kann man mit Spenden unterstützen. Die sind steuerlich absetzbar!

Ich zweifle inzwischen daran, dass Twitter a) ein vernünftiger Kommunikationsweg ist, zumindest wenn man versucht, Diskussionen zu folgen und b) noch lange existiert, denn von den Trollhorden kann man ja nicht leben. Die Anzahl der in meiner Timeline eingespülten Werbung ist drastisch zurückgegangen – mit mir zu tun, im Sinne von vernünftigem Targeting – hatte die eh selten. [aber dann kommt diese Meldung, Twitter habe zum ersten Male Gewinne erzielt. Ich zweifle.]

Groko

Am Freitag haben mich die Analysen in der gedruckten SZ (online pay) auf den Seiten zwei und drei überzeugt – ich denke, es ist nach wie vor ein großer Journalistenvorteil, wenn Menschen sich geraume Zeit mit einem Thema, und sei es auch „nur“ die Berichterstattung aus einer Partei, beschäftigen.

In Genosse Freundchen wird von Christoph Hickmann das Verhältnis Schulz, Gabriel, Nahles analysiert und mit Hintergrund angereichert, in Vom Heilsbringer zur Reizfigur (am 9.2. frei) wird das Murren der Basis angesichts des Außenministermoves deutlich, und „Schweigen, Nichts als Schweigen“ berichtet aus der letzten Verhandlungsnacht, als die CDU beim Miniteriumsgeschachere den kürzeren zog

Aus „Vom Heilsbringer zur Reizfigur“:

(…) in Rheinland-Pfalz herrscht, wie in Hessen auch, große Erleichterung über die Ablösung von Martin Schulz an der SPD-Spitze. Einer von ihnen fasst die Lage so zusammen: „Die Geschichte von Schulz und der SPD war ein großes einjähriges Missverständnis.“

Es geht rund in Berlin …

Und dass sich dann an diesem Tag die Ereignisse in Berlin ein wenig überschlugen: war nicht schlecht, diese Artikel als Hintergrund gelesen zu haben

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