Wie er die Welt sieht

Subjektive Realitäten überall

Ein Putsch ist kein Putsch

Wer sich so richtig in Gefahr bringen will, der versucht derzeit über die Ukraine und die Rolle Russlands in seinem „Hinter-“ oder auch „Vorderhof“ zu schreiben. Vor allem die, die von den „Volksrepubliken“ dort ohne den Zusatz „so genannt“ oder „selbsternannt“ schreiben, gehen sehr schnell unter die Decke. Differenzierungen sind nicht gern gesehen, und wer nicht die NATO und die USA für hauptverantwortlich hält, der dringt kaum durch.

Daher vielleicht nur eine ganz kleine Anregung zum Nachdenken.

Häufiges Argument für die Lage in der Ostukraine und das (wie auch immer geartetete) Engagement Russlands ist der „Putsch“ in der Ukraine, mit der ein gewählter Präsident aus dem Amt gedrängt wurde und Neofaschisten und Nationalisten, die das Land okkupiert hätten. Kurzum: die Regierung in Kiew ist illegitim und daher Widerstand Gebot der Stunde.

Immer, und immer wieder wird dieses ins Feld geführt, vor allem um die moralisch einwandfreie Situation für Russland und Befürworter eines „Neurussland“ ins Feld zu führen.

Und dann:

Dann gibt es diesen Stattsbesuch in Ägypten mit einem möglicherweise etwas fragwürdigen Gastgeschenk. Das hat für viel Aufsehen gesorgt, mich aber interessiert mehr: in Äygpten haben wir es ganz klar mit einem Militärputsch zu tun, der jetzige Machthaber ist der damalige Putschist, und von einer Demokratie hat sich Ägypten meilenweit entfernt. Die USA haben ihre Militärhilfe eingefroren, und auch ansonsten hält sich die Unterstützung aus dem Westen für das neue Regime sehr in Grenzen.

Es gibt viele Unterschiede zur Ukraine, aber es gibt ein frappierendes Element: Putsch alleine, Nationalismus an und für sich, sind für Russland in zwischenstaatlichen Beziehungen kein Argument. Ich würde diese Hilfskonstruktion zur Kaschierung rein machtstrategischer  Überlegungen bitte nicht mehr lesen wollen.

 

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