Apple Pay und der lange Text der ZEIT

Okay, man kann enthusiastisch den Eintritt in ein neues Zeitalter des Mobile Payment bejubeln, oder nüchtern darüber berichten, dass jetzt endlich Apple Pay in Deutschland verfügbar ist. Da sich Apple viel Zeit gelassen hat, sein System an den Start zu bringen, sind immerhin schon viele, viele NFC-taugliche Kassensysteme montiert. 820.000, etwa 80 Prozent aller Kartenterminals.

Das ist kein Verdienst von Apple, sondern die Kreditkartenanbieter, die Girokartenanbieter, und Apps wie Google Pay und Payback setzen schon seit geraumer Weile auf die Technik und kontaktloses Zahlen. Nur iPhone-User waren bisher draußen, weil das Unternehmen den Zugriff auf seine NFC-Zahlfunktion der Geräte beschränkt hat.

Kurz und gut: Apple Pay ist in Deutschland weder innovativ noch herausragend „neu“. Mein Rossmann unterstütz seit einem Jahr angeblich sogar Alipay und andere Exoten.

Dennoch erschütterten multiple Orgasmen der Apple Fanboys meine Timeline. Na gut.

Man kann jetzt relativ sachlich die Systeme einander gegenüberstellen: T3n zu Apple vs. Google . Oder man kann das wahnsinnig beliebte Mittel des „Selbstversuchs“ wählen. Was die ZEIT gemacht hat. Ein wahnwitzig langer Text, der zwar eine Menge über den Lebensstil von ZEIT-Journalisten verrät (Cafe besuche nicht zu knapp, Freitags frei, Nach Malle fliegen weil ein Freund da Geburtstag feiert). Nicht schlecht, das ZEIT-Journalistenleben.

Aber was will mir ein Text sagen, bei dem ich auf Seite 3 erfahre, dass der Kollege den Selbstversuch … gar nicht beherrscht:

Als ich mein Handy ans Gerät halte, gibt die Kassiererin mir den goldenen Tipp: „Anders herum.“ Ich drehe das Handy so, dass die Rückseite nach unten auf das Bezahlterminal zeigt. Und siehe da: Es vibriert und piept – Google Pay meldet Vollzug. Endlich! Ich hatte es bei den ersten Versuchen einfach falsch herum gehalten. Wie peinlich!

Vorher jammert er über seine schlechten Erfahrungen.

Wenn ihr keinen Journalismus mehr machen wollt, dann sagt mir das doch vorher.

 

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